Weiterdenken!?

Momentan denke ich die meiste Zeit darüber nach, wie das wohl wird, wenn beide Kinder im Kindergarten sind. Ob und wie ich dann wieder arbeiten werde. Voll arbeiten, also tatsächlich 40 Stunden pro Woche, werde ich nicht können, das ist mir klar. Das ist uns klar. Unser Kindergarten hat eine Regelbetreuungszeit von Vormittags vier Stunden und Nachmittags nochmal zwei Stunden. – In unserem Fall habe ich die Kinder so täglich zwischen 12.00 Uhr und 14.00 Uhr zuhaus. Darüberhinaus sind die Kinder aber auch dann zuhause wenn der Kindergarten Ferien hat, wegen Fortbildung geschlossen ist, oder sie einfach krank sind. Diese Zeiten durch die Großeltern abzudecken würde auch nur bedingt funktionieren, denn auch sie sind beruflich und ehrenamtlich eingespannt. Davon abgesehen habe ich meine Kinder bekommen um sie durch das Leben zu begleiten, ihnen zu zuhören. Für mich passt da die Vorstellung einer Feierabend-Mutti, die sich morgens noch vor der Kindergartentür von den Kindern verabschiedet und abends am Bett nur noch gute Nach sagt, nicht rein. Und niemand kann mein Kinder besser begleiten, zuhören und für es da sein als mein Mann und ich. Als wir Eltern.

Generell gilt, keiner kann ein Kind besser erziehen und versorgen als die eigenen Eltern. Ausnahmen gibt es sicherlich, doch hier geht es um den Regelfall. Kindererziehung bleibt eine für die die Gesellschaft relevante Aufgabe. Deshalb sollte Familienarbeit genauso wahrgenommen und wertgeschätzt werden wie Erwerbstätigkeit.

 

 

Vor gut 50 Jahren hat das alles doch auch irgendwie geklappt und schien so einfach. Man lernte sic kennen, heiratete, bekamm ein paar süße Kinder. Während der Mann arbeiten ging, und im besten Fall Karriere machte, kümmerte sich die Frau um die Erziehung, den Haushalt, Hof und Garten. Und während Papa Sonntags die Kinder bespasst und bespielt hatte Mama Zeit sich um den Sonntagsbraten zu kümmern. Selbst im §1356 des BGB war diese klare Rollenverteilung verankert. Noch bis 1977 brauchten die Frauen, laut diesem, das Einverständnis ihrer Ehemänner um Arbeiten zu gehen. Heute sieht das ganze etwas anders aus. Wir Frauen wollen mehr tun, erreichen und können. Wir wollen eine tolle Partnerschaft, funktionierende Freundschaften, ein Hobby, Kinder, Karriere und ein wenig Freizeit. Zumindest wird das von der heutigen Gesellschaft von uns erwartet. Männer und Frauen scheinen heute gleichberechtigt. Weitgehend.

Genauer betrachtet, fälle einem allerdings auf dass diese neue Gleichberechtigung nicht das Wahre ist!  Zumindest noch nicht. Denn während der Vater und Mann, genauso wie vor 50 Jahren, die Rolle des Familienernährers erfüllt, tauscht die Frau ein wenig Zeit im Haushalt mit den Kindern gegen ein wenig Zeit auf der Arbeit. So fügt die Frau ihrer Rolle als Mutter und Vollzeit Hausfrau auch noch die Rolle der Zusatzverdienerin hinzu. Scheint, dank Kita-Ausbau auch zu funktionieren. In ländlichen Gegenden reicht das aber noch immer nicht aus.

Nach der Gleichstellung der Frau müssen wir auch über eine weitere Gleichstellung Nachdenken, und zwar die von Familie und Beruf. Und es benötigt familienfreundlichere Arbeitgeber, die faire Löhne und Gehälter bezahlen, so fair dass tatsächlich wieder einer eine Familie versorgen kann, die sowohl Väter als auch Mütter für die Krankentage der Kinder frei stellen ohne Diskussion,  und deren erste Anmerkung nicht die Frage ist: „Ja, wie wollen Sie das eigentlich schaffen mit zwei kleinen Kindern!“

 

 

 

 

 

Ein Gedanke zu “Weiterdenken!?

  1. Wie wahr, an der Gleichstellung der Familienarbeit mit der Berufsarbeit hapert es noch gewaltig und es geht immer auf Kosten der Frau und ihrer Familie. Es ist toll, dass junge Frauen heute so gut ausgebildet sind , aber so schade , dass ihre Familienarbeit hinten runter fällt. So haben die jungen Frauen oft eine Dreifach Belastung mit Erziehungsarbeit, Beruf und Haushalt. Wenn da der Partner nicht einspringt und bei Erziehungs- und Hausarbeit hilft, sind sie auf sich gestellt und werden auch von der Gesellschaft allein gelassen. Geh es locker an mit der Berufstätigkeit 😉 . Du hast noch sehr kleine Kinder und auch grosse Kinder brauchen die Mama sehr,,,
    GLG Angela

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